Hier ist gerade relativ wenig los. Relativ gar nichts.
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Zweite Impressionen

Beitrag vom: Donnerstag, 11. Juni 2009 | Beitrag kommentieren »

Heute kullern mal wieder ein paar Vorurteile:

  1. In meiner Wohnung ist (korrigiert. Muttersprache bereits verlernt) sind überall Energiesparlampen
  2. In Deutschland glaubt man ja, dass in keinem anderen Land auf der Welt der Müll so vorbildlich wiederverwertet wird. Wenn sie den Müll nicht gleich ganz ins Meer kippen. Heute gelernt: Das stimmt nicht ganz. Wie in Deutschland gibt es hier separate Mülltonnen für Kompost usw. und man ist stolz auf eine Recycling-Quote von 75 % — die höchste in den USA und vermutlich vergleichbar mit Deutschland (ich habe auf die Schnelle keine Zahlen gefunden).Jetzt bring ich den Kollegen hier noch bei, dass sie sich nicht für jeden Tee einen neuen Einweg-Pappbecher nehmen brauchen, sondern vielleicht mal eine eigene Tasse mitbringen sollten und dann wird das Land hier doch so langsam aber sicher vorzeigbar. 2009-06-10-img_1602.jpg
  3. Seit Michael Moore wissen wir alle, dass Amerikaner sich verbarrikadieren und wenn man ungebeten an der Haustür klopft, wird man von innen heraus erschossen. Unser Haus mitten in San Francisco ist nie abgeschlossen und hier haben alle Laptops und Kameras. Ich fühle mich jedenfalls sicherer als wenn fünf Vorhängeschlösser und eine Selbstschussanlage installiert wären.
  4. In Texas mag das anders sein, aber die Autos sind hier nicht wesentlich größer als bei uns. Auch nicht älter.

Außerdem:

  • Die Kollegen hier interessieren sich für europäische Politik. Am ersten Tag wurde ich gleich gefragt, wie die Deutschen dazu stehen, dass man Merkel und Obama so ein kühles Verhältnis nachsagt. Auch wenn mir klar ist, dass ich es hier nicht mit Durchschnittsamerikanern zu tun habe — ich war überrascht. Auf Nachfrage sagte man mir dann auch, dass man Außenpolitik hier nicht gerade serviert bekommt, erst recht nicht über die TV-Nachrichten. Dank Internet steht aber heute auch einem Ami nichts im Weg, sich global auf dem Laufenden zu halten.
  • Die Arbeitsathmosphäre erscheint mir hier sehr angenehm und unkompliziert. Ganz unbürokratisch bekam ich sofort einen Internetanschluss und Zugang zu allem. In Deutschland war ich damit einen Tag beschäftigt. Während ich von den billigsten Stühlen in Jena nach wenigen Tagen Rückenschmerzen hatte, wird hier an diesen essentiellen Dingen nicht gespart.
  • Ich bilde mir ein gelesen zu haben, 70 % der Forscher in den Staaten wären Inder und Chinesen. Hier ist der Professor der einzige Inder und 70 % sind “echte” Amerikaner. Chinesen haben wir gar keine.


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