Wochenendunternehmungen
Beitrag vom: Dienstag, 16. Juni 2009 | 3 Kommentare »Das erste Wochenende wurde intensiv genutzt, um die Stadt zu erkunden. Da ich mit nur einem Koffer anreiste, zwei jedoch erlaubt sind, galt es weiterhin, die Stadt leerzukaufen. Die weiteren 23 Kilo Freigepäck sind schließlich auszunutzen.
Aufgefallen:
- Gefühltermaßen viel stärker als in Deutschland leben die unterscheidlichen ethnischen Gruppierungen getrennt voneinander (schön bebildert unter http://de.wikipedia.org/wiki/San_Francisco#Einwohnerentwicklung).
- Es gibt verdammt viele Obdachlose und Bettler, vor allem im Zentrum der früheren Hippie-Bewegung. Na wenn sich die antiautoritäre Erziehung mal nicht bewährt hat.
- Es gibt Unmengen total sinnloser Jobs, vor allem von staatlicher Seite. Gestern erlebte ich vor einem Museum einen Angestellten, der mit seinem Mikrofon permanent darüber informierte, welcher der zwei Schlangen gerade kürzer war. Zwei weitere ABMer Angestellte schauten ihm dabei zu — dafür beträgt der Eintritt dann 30 Dollar.
- Wegen der vielen Einwanderer ist das Nahrungsangebot sehr viel vielfältiger. Njomnjom.
- In San Francisco findet man keinen Parkplatz. Nie.
- Hamburger sehen jenseits großer, auch in Deutschland vertretener Ketten so aus, wie in der Werbung. Mit herausquillendem Salat und viel Soße. Schmeckt, kostet aber auch das 7 Dollar statt 99 Cent.
- Das Pendant zum Döner in Deutschland ist hier der mexikanische Burrito. Kennt man bei uns vielleicht als “Wrap”, also einem flachen Teiglappen, den man um unterschiedlichste Füllungen wickelt, meist Bohnen und Reis. Anfängerfehler: Als Europäer sagen, dass man ihn scharf möchte.
- Die Fahrräder ohne Bremsen haben einen Grund: Trickfahrradfahren ist hier eine verbreitete Geigelei. Ohne Bremsen kann man den Lenker unbegrenzt rotieren lassen. Habe auch ein Bild eines solchen Rades gefunden.
Am Sonntag hatte ich Besuch von Stefan aus Saalfeld, der in Chicago gerade seinen Doktor macht. In Deutschland haben wir es irgendwie ewig nicht hinbekommen, uns mal zu treffen. :-) Mit seinem gemieteten Pontiac ging es dann quer durch die Stadt und abends versumpften wir in China Town. Davon gibt es irgendwann bessere Bilder, hier jedoch bereits der erste und zweite Schwung.

Aber hallo, was für klasse Motive.
Was die sinnlosen Jobs angeht: Es gibt ein Lied von Element of Crime mit der großartigen Zeile: “Einer hält den Spaten und zwei schaun ihm beim Halten zu.”
Traumhaft. Und Glückwunsch zur abgegebenen Arbeit! Mich trennen nur noch sechs Monate, intensive Recherche, ungefähr hundert Seiten und paar Euro für’s Binden von gleichem Erleichterungsgefühl.
He, da isser ja! Zurück in Jena? Ich bin der Mopped-Freak aus Leipzig, der euch vor der Golden Gate abgelichtet hat. Witzig, dich hier zu finden. Wir sind noch hier…
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