Hier ist gerade relativ wenig los. Relativ gar nichts.
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Erste Impressionen

Beitrag vom: Dienstag, 9. Juni 2009 | 1 Kommentar »

Brot

Dass wir auf dem europäischen Festland und vor allem in Deutschland vor Stolz auf unser Brot platzen, ist bekannt. Aus meiner Zeit in Dublin war ich viel gewohnt, aber mein erster Kontakt mit amerikanischen Backwaren hätte ernüchternder kaum sein können. Zur “Wahl” stand eine Sorte Toastbrot. Erst war ich nicht sicher, ob die Packung in meinen Rucksack passt, denn das Brot war in etwa so groß wie eine Kinderbadewanne. Als ich es angefasst hatte, flog der Schwindel aber gleich auf. Hätte ich etwas doller zugepackt hätte ich es zu den Geldscheinen ins Portemonnaie legen können.

Tagesaufgabe für Dienstag: Bäcker finden.

Nachtrag: Es gibt einen französischen und einen sehr europäischen Bäcker, sogar mit Sauerteigbrot und ähnlichem. Puh.

Übergewicht

Weg mit dem ersten Vorurteil, denn die Leute hier (in SF) sind nicht fett nicht fetter als die Menschen in Deutschland. Mag natürlich sein, dass das in anderen Regionen ganz anders aussieht.

Gesund ernährt wird sich trotzdem nicht — vermutlich sind die Leute also nur nicht dick, weil sie es sich nicht leisten können. Mein Mittag bestand aus einem halben Sandwich, getoastet. 5$. Ja, fünf. Nein, kein ganzes. Dummerweise gibt es hier keine Mensa. Ein Lehrkrankenhaus voller Ärzte, Forscher und Studenten und keiner kommt auf die Idee, dass die ne Kantine brauchen. Müssen die doch merken (erst recht mit ihren ganzen tollen Harvard-Yale-Stanford-Hastenichtgesehen-Degrees).

Gestern konnte ich zusehen, wie sich mein Mitbewohner (halb Spanier, halb Apache) Abendbrot macht. Bewaffnet mit einer Schüssel schritt er auf das Frostfach zu, nahm eine große, volle Packung Eiskrem und nutze seinen Löffel nicht etwa, um sich drei bis acht Kugeln herauszunehmen, sondern stülpte den Becher einfach nur um. Ich glaube das war eine viertel Gallone, also etwa 950 ml. Bei diesen Essgewohnheiten hat dieser Mensch vermutlich dauerhaft eine Körpertemperatur von unter 30°C.

Geld

Es ist bekannt, dass man im Amerika bereits eine Packung Kaugummi mit Kreditkarte bezahlen kann. Ich weiß jetzt, warum das die Leute auch wirklich tun: Sie werden durch das umständlichste nur denkbare Bargeld dazu geekelt.

Die Scheine haben alle die gleiche Größe und Farbe. Als ich am Automaten meine Miete abhob kamen 800 Dollar in 20er-Noten und kleiner heraus. Ich wusste nicht, dass man hier nur mit Koffer zu Bank gehen kann. Mein Portemonnaie ließ sich jedenfalls nicht mehr zuklappen.

Richtig Spaß machen aber die Münzen. Der Wert steht nicht als Zahl, sondern in kleiner Schrift als “Quarter Dollar”, “One Dime” oder “Five Cents”, wobei ein “Dime” 10 Cents sind, die Münze aber nicht halb so groß ist, wie die Fünf-Cents-Münze. Resultat: Vor Fahrkartenautomaten in der U-Bahn wühle ich im schummrigen Licht wie eine Oma in der Geldbörse und halte mir der Reihe nach die Münzen ganz nah vors Auge. Ob denen mal einer sagen sollte, dass das auch besser geht? Naja, nicht gleich am ersten Tag ein ganzes Land umkrempeln. Vorher bauen wir lieber eine Mensa.

How are you?

Deutsche Unfreundlichkeit wird gern damit gerechtfertigt, dass deren Pendant, die angelsächsiche überschwängliche Freundlichkeit nur oberflächlich wäre. Natürlich ist sie das. Aber welchen Tiefgang erwartet man denn, wenn man an der Kasse freundlich gegrüßt wird? Ich mag es.

Ganz unoberflächlich wünsche ich einen schönen Tag,
euer Thomi


Lose Gedanken und Beobachtungen während eines Transatlantikflugs

Beitrag vom: Montag, 8. Juni 2009 | 5 Kommentare »
  • Im Vorfeld war mein Plan, während der 11 Stunden Flug etwas zu schlafen — in der neuen Zeitzone war es schließlich nachts. Ich bewundere Menschen, die in allen Umgebungen und Körperlagen schlafen können. Mein Sitznachbar rasselte bereits vor dem Durchbrechen der Wolkendecke. Wenn ich mitten am Tag und im larmumhüllten Flugzeugsitz die Augen schließe, dann fühlt es sich an, als stemmten sich zwei Streichhölzer dagegen. Nachdem ich dann doch ein paar Minuten döste dann die prompte Überraschung: Auf meinem Tischchen liegen zwei Formulare. Ich mag keine Formulare. Meine erste Steuererklärung habe ich zwei Jahre verspätet eingereicht (und das auch nur so früh, weil das Finanzamt dann klar gemacht hat, dass die nächsten Mitteilungen wirklich, wirklich weniger freundlich sein werden). Ich vermute, dass die Amerikaner weniger Geduld mit mir haben werden und greife gleich zum Stift. Die erste Hürde war schnell überwunden und ich war stolz, meinen Namen korrekt angegeben zu haben. Klingt ironisch, aber ich bin ein Experte darin, im Feld “Name” den vollen Namen einzutragen und dann mit einem Fragezeichen im Gesicht auf das Feld “Vorname” zu blicken.

    Diesmal pfusche ich an anderer Stelle und verrutsche in der Zeile. Mein Geburtstag lautet im ersten Anlauf “MALE”. Den IQ-Test vor der Einreise habe ich schonmal nicht bestanden. Ich hoffe aber, sie lassen mich trotzdem rein. Sicherheitshalber habe ich für solche Fälle fünf Sorten Ritter Sport im Rucksack. Mit einer davon MÜSSEN die Zöllner zu bestechen sein (hoffentlich nicht Knusperflakes).

  • Eine 747 ist doch noch ein wenig größer als mein WG-Zimmer. Bemerkt habe ich es daran, dass seit einer viertel Stunde zwei Stewardessen mit einer Omi, die sich verlaufen hat, nach ihrem Platz suchen.
  • Ein 17-Zoll-Notebook ist für die Flugzeugtischchen in der Economyclass etwas zu groß. Mal sehen, ob ich mich auf dem Rückweg noch damit grämen muss — ein schnuckliges Netbook wäre genau richtig. Die Alternative, ein Upgrade auf die Businessclass, wäre schließlich teurer. Ich fühle mich fast wie ein Sparfuchs.
  • Grönland sieht verdammt toll aus von oben (bestimmt auch von unten sowie erst recht von der Seite!)

Vorklinikerball 2009

Beitrag vom: Samstag, 16. Mai 2009 | 1 Kommentar »

Warum sollte man den Probelauf der Photogalerie nur an Testbildern machen?